Torres del Paine – The Omega Trek

Torres del Paine – Der Omega Trek

Endlich war es soweit! Die Wanderung im Torres del Paine Nationalpark war und ist der Drehangel von unserer gesamten Weltreise. Als wir wussten, dass wir dorthin wollen, musste alles andere drum herum geplant werden. Der Park ist nämlich nur 3 Monate lang bei gutem Wetter begehbar (Dezember bis Februar). Von Ushuaia ging es erstmal mit dem Bus nach Chile, genauer gesagt Punta Arenas. Eine riesige wirklich riesige Schafsherde verabschiedete uns an der Grenze. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es am nächsten Tag weiter nach Puerto Natales, dem Absprungsort zum Nationalpark Torres del Paine. Wir waren bereit! Die größte Herausforderung auf unserer Reise bisher: 7 Tage in der Natur, ungefähr 120 km und ungezählte Höhenmeter. Wir sind am Ende mehr ein Omega als ein O gelaufen und haben unsere Strecke deshalb Omega Trek getauft.

Nach der Ankunft in Puerto Natales war das wichtigste erstmal unsere Einkaufsliste fertig zu machen. Danach hieß es einkaufen, umpacken und alles was nicht wirklich notwendig ist, ausrangieren. Man kann sein Gepäck in jedem Hostel gegen Aufpreis zur Aufbewahrung dalassen. Diesen Service wollten wir natürlich nutzen, um das Gewicht unserer Rucksäcke so klein wie möglich zu halten.

Unseres Einkaufsliste und was wir pro Tag gegessen haben, findet ihr in einem separaten Post indem wir über die Organisation ein paar Details verraten.

Finally it was time! The hike in Torres del Paine National Park was and is the pivotal point of our entire world tour. When we knew we wanted to go there, everything else had to be planned around it. The park is only accessible for 3 months in good weather (december – february). From Ushuaia we went first by bus to Chile, more precisely Punta Arenas. A huge, really huge sheep herd passed us on the border. After a short stay, the next day we continued to Puerto Natales, the jumping off point to the National Park Torres del Paine. We are ready! The biggest challenge on our journey so far: 7 days in nature, about 120 km and uncounted meters of altitude. We ended up running more of an Omega than an O and therefore named our route the Omega Trek.

After arriving in Puerto Natales, the most important thing was to finish our shopping list. Then it was time to shop, repackage and discard anything that is not really necessary. You can leave your luggage in all of the hostels for an additional charge. Of course we wanted to use this service to keep the weight of our backpacks as small as possible.

Our grocery list and what we ate per day can be found in a separate post where we write some important details about the organization.

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1.Tag Las Torres – Vom Campingplatz zum Aussichtspunkt und wieder zurück

18 km / 5-6 Stunden mit Pausen

Am nächsten Morgen ging es früh los und wir brachen von der Busstation Richtung Nationalpark auf, Oli war natürlich mit dabei. Drei Stunden später waren wir bei der Administration angekommen und mussten uns erst mal anstellen. Die riesige Schlange von aufgeregten Wanderern ließ schon erahnen, dass der Park verdammt voll sein wird.

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Bevor es aber losging, mussten wir ein Informationsblatt ausfüllen, indem angegeben wird, welche Route man geht. Danach bezahlten wir unser Ticket und bekamen eine Bestätigung, die wir später an Kontrollpunkten vorweisen mussten. Danach gab es noch einen Film, bei dem ausdrücklich davor gewarnt wird Feuer zu machen. Selbst das Kochen mit dem Gasbrenner ist nur an bestimmten Stellen in den Campingplätzen erlaubt. Die Strenge ist nicht ohne Grund: schon 2x gab es große Brände im Park die von unachtsamen Campern ausgelöst wurden. Danach ging es weiter bis zum Campingplatz Las Torres. Das Wetter war gut. Ein paar Wolken hingen am Himmel aber wir hatten Sonnenschein. Wir bauten also erstmal unser Zelt an einem schönen Plätzchen auf und aßen unseren ersten Snack.

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Es war mittlerweile 10 oder 11 am Vormittag und wir wollten noch am selben Tag die Wanderung zu den Las Torres machen. Die berühmte und namensgebende Kette aus drei turmartigen Berggipfeln lässt sich zwar nicht erwandern, aber man kommt bis zu einem Aussichtspunkt mit Bergsee.  Die Strecke beginnt recht schnell aufzusteigen und man kommt an dem Campingplatz Chileno vorbei, wo sich gemütlich eine Pause machen lässt. Der Weg an sich ist nicht schwer, man braucht nur ein wenig Ausdauer. Allerdings ist die Strecke Teil des berühmten W – Treks und deshalb ziemlich überlaufen. Daran sollte man sich aber nicht allzu sehr stören. Die Natur macht alles wieder wett. An dem Ziel endlich angekommen, waren die Las Torres leider in eine dicke Wolke gehüllt. Wir grummelten ein wenig vor uns hin, aber genossen unseren ersten Triumph nichtsdestotrotz.

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Ungefähr um 17:00 kamen wir wieder im Campingplatz an und kochten unser erstes Abendessen aus Reis mit Thunfisch in Öl. Noch schmeckte uns die Wandererkost ganz gut! Das sollte sich aber in den folgenden Tagen ändern. Müde gingen wir schließlich ins „Bett“.

  1. Day Las Torres Camping site – Las Torres and back

18 km/ 5-6 Hours with breaks

The next morning we started early from the bus station to the National Park, of course with our friend Oli. Three hours later, we arrived at the administration office and had to wait in a queue first. The huge queue of excited hikers already hinted that the park would be damned crowded. Before we started, we had to fill out an information sheet, indicating which route we are planning to hike. Then we paid our ticket and got a confirmation, which we later had to show at checkpoints. After that, we had to watch a movie that explicitly warned against making a fire. Even cooking with the gas burner is only allowed in certain places in the campsites. The severity is not without reason: already 2x there were big fires in the park which were triggered by careless campers. After the formalities were finished we finally arrived at the first campsite Las Torres. The weather was good. A few clouds hung in the sky but we had sunshine. So first we set up our tent in a nice spot and ate our first snack. It was 10 or 11 in the morning and we wanted to make the trek to Las Torres the same day. The famous and eponymous chain of three tower-like mountain peaks can not be hiked, but you can get to a lookout point with a mountain lake. The route starts to rise quite quickly and you pass the Chileno campsite, where you can take a rest. The path itself is not difficult, you just need a little stamina. However, the route is part of the famous W – Trek and therefore pretty crowded. But one should not worry too much about that. Nature makes up for everything. When we finally arrived, the Las Torres were unfortunately wrapped in a thick cloud. We grumbled a bit, but nevertheless enjoyed our first triumph. At about 5:00 pm we arrived back at the campsite and cooked our first dinner of rice with tuna in oil. We still liked the hikers’ food quite well! However, that would change in the following days. Tired, we finally went to bed.

  1. Tag Las Torres – Seron

13 km / 6 Stunden mit langen Pausen (möglich in 4 Stunden)

Am nächsten Tag weckten mich die ersten aufbrechenden Wanderer zwischen 5 und 6 Uhr in der Früh. Ich drehte mich nochmal auf meiner harten Matte um und schlief weiter. Die erste Nacht im Zelt ist immer die schlimmste für mich. Der Körper muss sich erstmal an das weniger komfortable Umfeld gewöhnen. Wir teilten uns ein Zelt, welches bequem für zwei Leute ist und gerade mal so ausreicht für drei.  Die harte Luftmatratze und der kleine Schlafraum führten dazu, dass ich unruhig geschlafen hatte. Aber das störte mich nicht allzu sehr. Denn an diesem Morgen hatten wir überhaupt keinen Stress. Die nächste Etappe war nur 13 km lang und hatte kaum Höhenmeter. Wir standen also gemütlich um 8:00 auf und frühstückten deliziöse Rühreier mit Speck – ein Luxus den wir uns nur für zwei Frühstücke mitgenommen hatten. Danach hieß es zusammenpacken und weiter geht’s. Das Wetter war noch besser als am Vortag. Die Sonne schien und wollte uns die Landschaft im bestmöglichen Licht präsentieren. Die Las Torres verschwanden aus unserem Sichtfeld (wieder in Wolken gehüllt) und eine grüne hügelige Landschaft mit Seen im Hintergrund und Blumenwiesen im Vordergrund tat sich auf. Wir spazierten unsere Strecke gemächlich ab, machten viele Pausen und genossen das Wetter.

Die Männer wollten natürlich auch im eiskalten Flusswasser baden gehen zur Abkühlung. Jedes kleinste auch noch so kalte Wasser zog die beiden magisch an. Ich verstand den Sinn immer noch nicht, puddelnackig in diese Eispfützen zu springen für ne halbe Minute und dann wieder bibernd rauszurennen. Aber hej! Die Jungs ließen es sich nie ausreden.

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Am frühen Nachmittag kamen wir im nächsten Campingplatz Seron an und begannen unsere tägliche Routine von Zeltaufbauen und Kochen. Ich musste dann aber doch durchgreifen, als es um das Thema Socken waschen ging. Aus Angst, dass sie nicht trocknen würden, wollten die Herren die Socken gar nicht waschen. Aber das ging mir dann doch zu weit. An diesem Platz gab es ein dunkles großes Zelt mit Sitzbänken drinnen zum Kochen. Während unsere Sitznachbarn ihr Fertigtrockenessen zubereiteten, schnitten wir frische Zwiebeln, Karotten und Knoblauch und kochten uns Reis und Thunfisch dazu. Das frische Gemüse ging schon wie geplant dem Ende zu, da bald die längeren und härteren Strecken auf uns zu kamen. Nach dem Essen flohen wir vor den Mücken in unser Zelt und spielten noch Karten bevor es zu Bett ging.

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2. Day Las Torres – Seron

13 km/ 6 Hours with long breaks (possible in 4 hours)

The next day, the first hikers awoke me between 5 and 6 o’clock in the morning. I turned again on my hard mat and slept on. The first night in the tent is always the worst for me. The body has to get used to the less comfortable environment. We shared a tent, which is comfortable for two people and just about enough for three. The hard air mattress and the small sleeping room made me sleep restlessly. But that did not bother me too much. Because this morning we had no stress at all. The next part was only 13 km long and barely had altitude. So we got up comfortably at 8:00 and had delicious scrambled eggs with bacon – a luxury we had taken only for two breakfasts. Then we packed up and continued. The weather was even better than the day before. The sun was shining and wanted to show us the landscape in the best possible light. The Las Torres disappeared from our field of vision (again covered in clouds) and a green hilly landscape with lakes in the background and flower meadows in the foreground opened up. We walked leisurely, made many breaks and enjoyed the weather. Of course, the men also wanted to take a bath in the freezing cold river water to cool off. Every little cold water drew the two magically. I still do not understand the reason of jumping into these ice puddles for half a minute and then running out like crazy. But hey! The boys never let it out. In the early afternoon we arrived at the next Seron campsite and started our daily routine of putting up the tent and cooking. But then I had to be firm when it came to the subject of washing socks. Fearing that they would not dry, the gentlemen did not want to wash the socks at all. But that went too far for me. At this place there was a dark big tent with benches inside for cooking. While our neighbors prepared their finished dry meal, we cut fresh onions, carrots and garlic and cooked rice and tuna. The fresh vegetables came to an end as planned, as soon as the longer and harder routes started. After the meal, we fled from the mosquitoes to our tent and played cards before going to bed.

  1. Tag Seron – Dickson

18 km / 6 Stunden

Plopp….plopp. Der nächste Morgen begann mit dem niederschmetternden Geräusch von Regen. Es schüttete schon seit den frühen Morgenstunden. Das gute Wetter hatte uns verlassen. Aber rumsitzen und heulen war keine Option – obwohl ich es kurz in Erwägung zog. Zumindest gab es ein letztes Mal Eier und Speck zum Frühstück. Wir packten unser Zelt so schnell wie möglich zusammen und befestigten es außen an den Rucksäcken. So nass wollten wir es nicht unbedingt rein tun zu unseren trockenen Sachen. Wir starteten die nächste Etappe ungefähr um 9 Uhr. Die Strecke war zwar länger als am Tag zuvor, aber immer noch relativ gemütlich für eine Tagesetappe. Unsere Laune sank drastisch, während wir immer nasser werdend durch den Regen liefen. Oli zog seine Regenhose an, während Franz und ich durch und durch nass wurden. Nichts ist schlimmer als so ein zäher Regen während einer Tageswanderung. Ich dachte schon wir würden den ganzen Tag durch die Nässe laufen.

 

Zu meiner großen Überraschung und Freude klarte der Himmel aber nach 2 Stunden langsam auf. Vorsichtig schöpfte ich Hoffnung. Diese Hoffnung wurde auch nicht enttäuscht. Während der nächsten Stunde verschwanden alle Wolken vom Himmel und strahlender Sonnenschein herrschte wieder über das Land. Nicht umsonst ist die Unbeständigkeit von Patagonien berühmt und berüchtigt!

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Das mussten wir natürlich erstmal mit einer gemütlichen Jause feiern! Wir holten unser Pumpernickel und ne leckere Salami raus und ließen uns im Gras nieder. Schon seit gestern waren die Wege viel leerer als noch am ersten Tag. Wir waren abseits des W-Treks und das merkten wir. Mit uns wanderten vielleicht 20 weitere Leute mit. Weiter gings! Nach der Hälfte der Strecke kamen wir an den ersten Kontrollpunkt und mussten unsere Bestätigung sowie die Campingplatzreservierungen vorweisen. Wer keine hat, wird an diesem Punkt zurückgeschickt! Als es am Nachmittag immer wärmer wurde, machten wir nochmal eine Pause im Schatten eines großen Baumes. Das Laufen hatte uns ein wenig geschlaucht und wir nickten alle für ein paar Minuten weg.

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Erfrischt ging es weiter. Der letzte Streckenabschnitt führte uns wieder in bergiges Gelände. Wir konnten wunderschöne Gletscher in der Ferne sehen. Dann tauchte endlich Dickson auf. Direkt an einem See gelegen war es einer der schönsten Campingplätze im Park. Ruhig. Entlegen. Von Bergen und Gletschern umgeben.

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Es war schade, dass wir diesen Ort nicht noch mehr genießen konnten, aber am nächsten Tag wartete der schwierigste Abschnitt auf uns und wir mussten um 4:00 aufstehen. Deswegen hieß es duschen, kochen, essen und ab ins Zelt. Zzzzzzz

3. Seron – Dickson

18 km/ 6 Hours

Plop … .plopp. The next morning began with the crushing sound of rain. It had been pouring since the early morning hours. Our good luck with the weather had left us. But sitting around and bawling our eyes out was not an option – although I briefly considered it. At least there was one last time eggs and bacon for breakfast. We packed our tent as quickly as possible and fastened it to the outside of the rucksacks. So wet we did not want to put it away with our dry things. We started the next part at about 9 o’clock. The track was longer than the day before, but still relatively comfortable for a day’s route. Our mood dropped dramatically as we ran through the rain getting wetter and wetter. Oli put on his rain pants while Franz and I got wet through and through. Nothing is worse than a tough rain during a day’s hike. I thought we would walk through the wet all day. To my great surprise and joy, however, the sky cleared slowly after 2 hours. Carefully, I drew hope. This hope was not disappointed. During the next hour, all clouds disappeared from the sky and bright sunshine prevailed over the land again. Not in vain is the fickleness of Patagonia famous and notorious! Of course we had to celebrate with a nice snack! We took out our pumpernickel and a delicious salami and settled in the grass. Since yesterday the treks were much emptier than on the first day. We were away from the W-Treks and you could tell. Maybe 20 more people came with us. We went on! After half the distance we arrived at the first checkpoint and had to show our confirmation as well as the camping reservations. If somebody does not have them, he/she will be sent back at this point! As it got warmer in the afternoon, we took another break in the shade of a big tree. The running had left us a little tired and we all nodded away for a few minutes. Refreshed we went on. The last stretch took us back to mountainous terrain. We could see beautiful glaciers in the distance. Then finally Dickson appeared. Located directly on a lake, it was one of the most beautiful campsites in the park. Calm. Remote. Surrounded by mountains and glaciers. It was a pity we could not enjoy this place any more, but the next day the hardest part was waiting for us and we had to get up at 4:00. That’s why the rest of the day passed with showering, cooking, eating and off to the tent. zzzzzzz

  1. Tag Dickson – Paso

20 km / 10 Stunden

Punkt 4:00 läutet der Wecker. Völlig benommen richten wir uns Granola in warmer Milch aus Milchpulver zum Frühstück her. Roboterhaft packen wir danach zusammen und laufen los. So früh wie möglich. Der Pass wird um 9 Uhr geschlossen, wenn das Wetter nicht gut aussieht. Und das Wetter ist nicht vorhersehbar. Also laufen wir. Stumm und stur durch einen langsam erwachenden Wald. Keiner hat Bock auf Quatschen. Wir sind alle müde und gestresst. Wir zittern ob wir den Pass passieren dürfen.

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Um halb neun kommen wir am Kontrollpunkt in Los Perros an. Es ist kalt und nass. Mit Erleichterung hören wir vom Wächter, dass das Wetter heute bilderbuchhaft ist. Puh! Erstmal tief durchatmen und Pause machen. In einem Holzhaus gibt es erstmal Pumpernickel mit Käse und Salami und leckere Rittersportschocki mit heißem Kaffee. Danach heißt es: weiter geht’s! Das härteste Stück liegt noch vor uns. Ab hier geht es 740 Meter steil bergauf und wieder runter. Bis zum nächsten Camp El Paso sind es noch 8 Kilometer. 11 km und 350 Höhenmeter haben wir schon hinter uns gebracht und das vor 9:00 Uhr in der Früh. Während des Aufstiegs reden wir wieder nicht viel miteinander. Das erste Stück ist völlig überflutet und besteht nur aus Matsch. Danach kommt ein riesiges Geröllfeld. Jeder konzentriert sich auf sein eigenes Tempo. Der Wind wir immer stärker und es beginnt zu schneien. Wir kämpfen uns weiter hoch.

Ich komme in diese komische Wärmezone wo ich von innen so heiß werde, dass mir die Jacke zu viel wird. Ausziehen ist aber keine Option, da der eiskalte Wind den Körper verdammt schnell auskühlt. Es dauert zwei Stunden bis wir an den höchsten Punkt kommen. Endlich taucht er vor uns auf: Glacier Grey. Der mächtigste Gletscher in Torres del Paine. Einen Moment lang sind wir alle ein bisschen überwältigt. Niemand von uns hat je sowas vorher gesehen. Riesige Eismassen soweit das Auge reicht. Einfach nur wow. Trotz Schneeregen bleiben wir stehen und schießen Fotos von diesem Naturspektakel.

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Aber unser Tag ist noch nicht zu Ende. Das letzte Stück bis zum El Paso erweist sich als zermürbend. Es geht steil bergab über rutschigen Matsch. Unser Tempo verlangsamt sich und wir brauchen für diese letzten Kilometer viel länger  als gedacht. Als wir endlich am Campingplatz ankommen fängt es an zu regnen. Wir sind direkt neben dem Gletscher und die Luft ist ziemlich kühl. Mir schwant schon, dass die folgende Nacht ungemütlich werden wird und ich sollte Recht behalten. Obwohl es einen Unterschlag gibt zum Kochen, riskieren wir einen Regelverstoß und kochen unser Abendessen im Vorzelt. Der Regen prasselt mittlerweile stärker auf unser Dach nieder. Keiner hat mehr Kraft und Lust rauszugehen. Erschöpft fallen wir endlich in wohlverdienten Schlaf.

4. Day Dickson – Paso

20 km/ 10 Hours

Point 4:00 the alarm rings. Completely dizzy, we prepare granola in warm milk from milk powder for breakfast. Afterwards, we pack up in a robotlike way and start walking. As early as possible. The pass will close at 9am if the weather does not look good. And the weather is unpredictable. So we walk. Mute and stubborn in a slowly awakening forest. Nobody is in the mood for nonsense. We are all tired and stressed. We worry if we are allowed to pass the pass. At half past eight we arrive at the checkpoint in Los Perros. It is cold and wet. With relief, we hear from the guard that the weather is picture-booky today. Phew! First take a deep breath and take a break. In a wooden house, there are pumpernickel with cheese and salami and delicious Rittersport chocolate with hot coffee. After that it`s: let’s go! The hardest part is still in front of us. From here it goes 740 meters steeply uphill and down again. The next camp El Paso is 8 kilometers away. We have already covered 11km and 350 m of altitude difference before 9:00 in the morning. During the ascent, we do not talk much with each other again. The first piece is completely flooded and consists only of mud. After that comes a huge boulder field. Everyone is focused on their own pace. The wind is getting stronger and it starts to snow. We continue to fight. I come into this strange heat zone where I get so hot from the inside that the jacket is too much for me. However, undressing is not an option, as the icy wind cools the body pretty fast. It takes two hours to get to the highest point. At last he appears before us: Glacier Gray. The most powerful glacier in Torres del Paine. For a moment we are all a bit overwhelmed. None of us has ever seen anything like this before. Huge ice masses as far as the eye can see. Just wow. Despite the sleet, we stop and shoot photos of this natural spectacle. But our day is not over yet. The last stretch to El Paso turns out to be grueling. It goes steeply downhill over slippery mud. Our pace slows down and we need much longer than expected for those last few kilometers. When we finally arrive at the campsite it starts to rain. We are right next to the glacier and the air is pretty cool. I’m afraid that the following night will be uncomfortable and I will be right. Although there is a shortage of cooking, we risk a breach of rules and cook our dinner in the tent. The rain now patters down more on our roof. No one has any more strength and desire to go out. Exhausted, we finally fall into well-deserved sleep.

  1. Tag Paso – Paine Grande

18 km / 8 Stunden

Es schüttet die ganze Nacht. Ich habe sehr schlecht geschlafen, es war kalt und ich hab gefroren. Wir wachen alle zerknautscht auf und sehen ziemlich fertig aus. Die heutige Etappe ist zwar höhentechnisch nicht so herausfordernd, aber sehr lang. Und wir sind noch müde vom vorherigen Tag. Das Zelt ist komplett nass. Links und rechts von unserem Platz liegen große Wasserpfützen. Zum Glück sind unsere Rucksäcke aber trocken geblieben. Nur die Schlafmatten sind ein wenig nass, weil von oben Flüssigkeit in unser altes Zelt getreten ist. Während wir frühstücken wird der Regen schwächer und wir sind heilfroh nicht im Nassen zusammenpacken zu müssen. Mechanisch laufen wir los. Der Blick auf Glacier Grey belohnt unsere Mühen. Immer wieder halten wir an und fotografieren diesen gewaltigen Gletscher. Die Strecke führt uns über schwindelerregende Hängebrücken und an einem Berghang entlang.

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Die Sonne kommt immer mehr durch und der Tag wird richtig warm und schön. An dieser Stelle betreten wir wieder den W-Trek und müssen die Strecke teilen mit hunderten Wanderern. Sie kommen uns alle entgegen von Paine Grande oder Grey um den Glacier zu sehen. Auf der Hälfte der Strecke liegt der Campingplatz Grey an dem wir leider keinen Platz mehr bekommen hatten. Wir machen also unsere Mittagspause und laufen weiter. Meine Beine bewegen sich automatisch. Auf den letzten Kilometern kommt ein saustarker Wind auf. Zum Glück weht er von hinten und hält uns nicht auf. Vor allem ich stolpere den Weg entlang, weil der Wind mich von den Füßen weht. Es ist superlaut und das Atmen fällt ein wenig schwer. Mehrere Male lande ich fast mit dem Gesicht voran im Busch, kann mich aber noch im letzten Moment fangen.

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Wir können es alle kaum erwarten endlich anzukommen. Als Paine Grande endlich in Sicht kommt, bin ich völlig fertig. Der Wind ist immer noch so stark, dass alle Zelte sich am Berghang zusammenkuscheln oder im Windschatten des Bade- und Kochhäuschens stehen. Wir versuchen unser Zelt ganz nah beim Badehäuschen aufzubauen, brauchen aber superlang weil der Wind uns ständig Equipment wegweht. Zwei Zeltstangen brechen beim Aufbau. Ich zweifele echt stark dran, dass das Zelt stehenbleibt. Der Campingplatz an sich ist super. Es gibt einen kleinen Laden, indem für horrende Preise Nahrungsmittel verkauft werden. Völlig angewidert von Reis und Thunfisch kaufen wir uns Nudeln und Eier mit frischem Gemüse. Das Zweitbeste an dem Camp: Es gibt ein eigenes Kochhäuschen mit Kochbereich und vielen Holztischen und einen fantastischen Ausblick auf die Berge! Das Beste an dem Camp allerdings: Es gibt eine Bar! Nach 5 Tagen gönnen wir uns ein fantastisches (und teures: 5 Euro für eine kleine Dose) Triumphbier und die Jungs stoßen sogar mit Whiskey an! Mit Panoramablick auf die Torres! Wir haben es geschafft! Der Großteil der Strecke liegt hinter uns! Und unser Zelt steht immer noch als wir uns schlafen legen!

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5. Day Paso – Paine Grande

18 km/ 8 Hours

It’s pouring all night. I slept very badly, it was cold and I was freezing. We wake up all crumpled up and look pretty exhausted. Although today’s stage is not technically challenging, it is very long. And we are still tired from the previous day. The tent is completely wet. To the left and right of our place are large puddles of water. Luckily our backpacks stayed dry. Only the sleeping mats are a bit wet, because liquid has entered into our old tent from above. While we have breakfast, the rain gets weaker and we are glad to not have to pack up in the wet. We start mechanically. The view of Glacier Gray rewards our efforts. Again and again we stop and take pictures of this huge glacier. The route takes us over dizzying suspension bridges and along a mountainside. The sun is coming through more and more and the day is getting really warm and beautiful. At this point we enter the W-Trek again and have to share the route with hundreds of hikers. They all meet us from Paine Grande or Gray to see the Glacier. Half way there is the campsite Gray where we did not get a spot anymore. So we have our lunch break and keep walking. My legs move automatically. On the last kilometers a big wind comes up. Luckily it blows from behind and does not stop us. Above all, I stumble along the path, because the wind blows me from my feet. It’s super loud and breathing is a little hard. Several times I almost land face first in the bush, but I can catch myself at the last moment. We all cannot wait to finally arrive. When Paine Grande finally comes in sight, I’m completely exhausted. The wind is still so strong that all the tents cuddle up on the mountain slope or stand in the lee of the bath and cooking cottage. We try to set up our tent very close to the bathhouse, but we need super-long because the wind constantly blows away our equipment. Two tent poles break during construction. I really doubt that the tent will hold. Generally the campsite is great. There is a small shop selling food for exorbitant prices. Totally disgusted with rice and tuna, we buy noodles and eggs with fresh vegetables. The second best thing about the camp: There is an own cooking hut with cooking area and many wooden tables and a fantastic view of the mountains! The best thing about the camp, however: There is a bar! After 5 days we treat ourselves to a fantastic (and expensive: 5 euros for a small can) celebratory beer and the boys even toast with whiskey! With panoramic views of the Torres! We made it! The majority of the route is behind us! And our tent is still standing as we go to sleep!

  1. Tag Paine Grande – Mirador Frances und zurück

18 km / 6 Stunden

Der Wind legt sich über Nacht. Am nächsten Morgen strahlt die Sonne und es ist herrlich ruhig. Wir schlafen eine weitere Nacht in Paine Grande und wollen nur einen Tagesausflug ins Valle Frances machen. Kein Zeltzusammenbauen! Kein Ziel welches erreicht werden muss! Herrlich! Wir spazieren gemütlich los und begegnen einem scheuen Huemul im Wald. Ein wirklich schöner Moment. Es regnet ein wenig und hört wieder auf. Im Camp Italiano verspeisen wir unsere letzten Jausenreste. Als wir zum ersten Aussichtspunkt kommen, hat Franz genug. Oli und ich zieren uns etwas. Aber wir haben doch das Ende des Tals nicht erreicht! Aber in Wahrheit sind wir genauso müde und haben ohne es zu merken wieder 9 km gemacht. Es ist an der Zeit umzudrehen. Auf dem Rückweg regnet es wieder an derselben Stelle. Dieser Nationalpark hat unglaublich viele Stellen mit Mikroklima.  Am Abend pimpen wir unsere letzten Essensreste mit frischem Gemüse und genießen wieder teures Bier. Morgen geht es zurück in die Zivilisation. Einerseits wollen wir nicht weg aus dieser wunderschönen Gegend. Andererseits freuen wir uns alle schon auf eine ordentliche Dusche, leckeres Essen und ein gemütliches Bett im Warmen. Wir verabschieden uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

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6. Day Paine Grande – Mirador Frances and back

18 km/ 6 Hours

The wind settles over night. The next morning the sun is shining and it is wonderfully quiet. We sleep another night in Paine Grande and just want to make a day trip to the Valle Frances. No tent assembling! No goal which has to be reached! Gorgeous! We walk leisurely and meet a shy Huemul in the forest. A really nice moment. It rains a bit and stops again. At Camp Italiano we eat our last snacks. When we get to the first viewpoint, Franz has enough. Oli and I adorn ourselves a bit. But we did not reach the end of the valley! But in truth we are just as tired and have made 9 km without realizing it. It’s time to turn around. On the way back it rains again in the same place. This national park has an incredible number of microclimate sites. In the evening we pimp our last leftovers with fresh vegetables and enjoy again expensive beer. Tomorrow we will go back to civilization. On the one hand we do not want to leave this beautiful area. On the other hand, we all look forward to a proper shower, delicious food and a cozy bed in the warm. We say goodbye with a laughing and a crying eye.

  1. Tag Paine Grande – Visitor Centre

18 km / 4,5 Stunden

Aber Moment! Eine letzte Stecke steht uns noch bevor. Wir müssen von Paine Grande noch zum Visitor Centre laufen um den Bus um 12:30 zu erwischen. Da wir keine faulen Säcke mit Taschen voller Geld sind, können wir uns die teure Fähre nicht leisten. Immerhin sind das noch gute 18 km auf flachem Gelände. Da wir mit Puffer rechnen, laufen wir um 7:00 schon los. Der Weg läuft an einem Fluss entlang und jedes Mal wenn wir uns umdrehen, können wir das wunderschöne Torres del Paine Massiv sehen. Das Wetter ist am letzten Tag nochmal richtig schön! Wir haben und hatten viel Glück damit. Die Wanderung an sich ist ereignislos.

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Wir sind heilfroh endlich da zu sein nach 4,5 Stunden. Müde steigen wir in den Bus und fahren zurück nach Puerto Natales. Die Busfahrt führt uns durch den ganzen südlichen Teil des Nationalparks. Das wäre eine gute Alternative für alle weniger mobilen Touristen den Park zu sehen. Für uns geht es morgen schon weiter nach El Calafate! Das Patagonienabenteuer hat gerade erst begonnen!

7. Day Paine Grande – Visitor Centre

18 km/ 4.5 Hours

But wait! One last trek is still missing. We have to walk from Paine Grande to the Visitor Center to catch the bus at 12:30. Since we are not lazy sacks with bags full of money, we can not afford the expensive ferry. After all, this is still a good 18 km on flat terrain. Since we calculate some buffer time, we start at 7:00 already. The path runs along a river and every time we turn around we can see the beautiful Torres del Paine massif. The weather is really nice on the last day! We have and were very lucky. The hike itself is uneventful. We are happy to finally be there after 4.5 hours. Tired we get on the bus and drive back to Puerto Natales. The bus ride takes us through the southern part of the national park. That would be a good alternative for all less mobile tourists to see the park. Tomorrow we will continue to El Calafate! The Patagonia adventure just started!

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4 Comments Add yours

  1. Reblogged this on Blog von Peru Reiseveranstalter Chirimoya Tours. and commented:
    Hier ein ausführlicher und interessanter Bericht vom einer Wanderung zum “Torres del Paine” im Süden von Chile.
    (=Omega Treck in Patagonien). Mit vielen Bildern.

    >> “Endlich war es soweit!….. Der Park ist nämlich nur 3 Monate lang bei gutem Wetter begehbar (Dezember bis Februar). Von Ushuaia ging es erstmal mit dem Bus nach Chile….”

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