Hiking next to the Fitz Roy – El Chalten – Patagonia

Wandern am Fuße des Fitz Roy – El Chalten – Patagonien

Reisetag/ Travel day: 219 – 222

 

Nachhaltigkeitsaspekte/ Sustainability:

Plastikflaschen verbraucht/ used plastic bottles: 71

Vegetarische Mahlzeiten/ Vegetarian Meals (2 Personen): 12/24

 

Das Symbol der patagonischen Berge: der Fitz Roy. Benannt wurde dieser markante Berg nach dem Kapitän der Beagle mit dem Charles Darwin segelte. Die Ureinwohner nennen ihn Chaltén – der Rauchende. Und in der Tat toben große Wolken rund um den 3400m hohen Granitfelsen. Nur mit ein bisschen Glück kann man ihn von dem kleinem Dorf El Chalten sehen. In diesem landeten wir um die Mittagszeit an einem schönen Sommertag (Anfang Januar 2018). Aber Patagonien wäre nicht Patagonien, wenn es nur Sonne gäbe. Auf unserer ersten, leichten Wanderung zum Wasserfall Chorillo del Salto wurden wir von dem Wind fast zurück ins Dorf geweht. Sand und Dreck wurden aufgewirbelt und rieben unser Gesicht wund. Am Ende liefen wir mit hochgezogenen Halstüchern, wie Bankräuber, durch die Berglandschaft. Am Wasserfall ist es sehr idyllisch und entspannt. Natürlich fing es an zu nieseln – Patagonien eben. Zurück in unserem Hostel wurden wir informiert, dass das WLAN wieder ging. Zuvor hatte der Wind den einzigen Internetmasten umgeknickt, sodass die Verbindung für einige Stunden gekappt war. Nach dem kleinen Spaziergang ruhten wir uns für die anstehende 2 Tageswanderung aus, tranken gemütlich Kaffee und Agnes gönnte sich facturas. Okay sie stopfte die argentinischen Gebäckstücke in sich hinein. Die Wanderung in Torres del Paine hatte seine Spuren hinterlassen…

DSC09821

The symbol of the Patagonian mountains: Fitz Roy. This striking mountain was named after the captain of the Beagle with whom Charles Darwin sailed. The natives call it Chaltén – the smoking one. And in fact, big clouds are raging around the 3400m high granite rock. Only with a little luck you can see him from the small village of El Chalten. That is where we landed at noon on a beautiful summer day (early January 2018). But Patagonia would not be Patagonia if there was only sunshine. On our first easy hike to the waterfall Chorillo del Salto we were almost blown almost back to the village by the wind. Sand and dirt were whirled up and rubbed our faces sore. In the end we ran with raised scarves, like bank robbers, through the mountain landscape. At the waterfall it is very idyllic and relaxed. Of course it began to drizzle – just Patagonia. Back in our hostel we were informed that the wi-fi worked again. Previously, the wind had overturned the only Internet mast, so the connection was cut for a few hours. After the short walk we rested for the upcoming 2 day hike, drank coffee and Agnes indulged facturas. Okay, she stuffed the Argentine pastries into her. The trek in Torres del Paine had left its mark …

Im Hostel funktionierte unser Stromadapter nicht und ein junger Mann half uns aus. Es würde sich später herausstellen, dass wir den Mann noch näher kennenlernen würden. Aber dazu mehr in den nächsten Posts.

In the hostel our power adapter did not work and a young man helped us out. It would later turn out that we would get to know the man much closer. But more about this in the next posts.

DSC09841

Am nächsten Morgen starteten wir früh in den Tag. Wir hatten viel vor: zur Laguna Torre mit Blick auf die Torres vom Fitz Roy und den Gletscher, zurück zum Mittelweg Laguna Madre und Hija (Mutter und Tochter) und anschließend zum Zeltplatz Poincenot am Fuße des Fitz Roys. Am Folgetag wollten wir zum Gletschersee Lago de los Tres gehen, von wo man einen grandiosen Blick auf den Berg Fitz Roy hat. Auf ausführliche Beschreibungen der Wanderwege verzichten wir an dieser Stelle, da die Nationalparkverwaltung, deren Besuch obligatorisch bei Besuch von El Chalten ist, sehr gut und ausführlich kostenfrei informiert. Der Besuch und auch die Zeltplätze sind gratis. El Chaltén ist eine gute Alternative zum Torres del Paine, wenn man weniger Zeit und Geld investieren möchte. Kurz: man hat die Möglichkeit einfach Tagesausflüge, 2 bis 3 Tagesmärsche und einen sehr anspruchsvollen Rundwanderweg um den Fitz Roy zu machen (für letzeren wird sehr empfohlen einen Guide zu nehmen, da es teilweise über Gletscher mit Spalten geht).

The next morning we started early in the day. We had planned quite some trek: to the Laguna Torre overlooking the Torres of Fitz Roy and the glacier, back to the middle path Laguna Madre and Hija (mother and daughter) and then to the campground Poincenot at the foot of Fitz Roy. The next day we wanted to go to the glacial lake Lago de los Tres, from where you have a magnificent view of the mountain Fitz Roy. We refrain on detailed descriptions of the trails at this point, as the National Park administration, whose visit is mandatory when visiting El Chalten, has a great and informative introduction to the area. The visit and the campsites are free. El Chaltén is a good alternative to Torres del Paine if you want to invest less time and money. In short: you have the possibility to make easy day trips, 2 to 3 day marches and a very demanding circular walk around the Fitz Roy (for the latter it is highly recommended to take a guide, as it partly goes over glaciers with cracks).

DSC00051
El Chalten

Zurück zu uns: Das Wetter am Morgen war perfekt: Sonne im Herzen, Sonnenschein auf den Bergspitzen und blauer Himmel. Munter wanderten wir durch El Chalten bis wir zur ersten Steigung kamen. Oben angekommen genossen wir den Ausblick über das kleine Dörfchen. Gleich danach hörten wir Klopfgeräusche. Ein kleiner, roter Specht brachte uns ein breites Grinsen in Gesicht. Aus dem kleinen Bach am Wegesrand konnten wir wieder unsere Wasserflaschen auffüllen – köstliches, sauberes Wasser. Am Aussichtspunkt Richtung los torres sahen wir leider nur Nebel. Das Wetter wurde schlechter und schlechter. Nebel, Wind und Regen trübten unsere Stimmung. Zum Gletschersee schafften wir es trotzdem. Im Trocknen konnten wir dann doch zum Glück einen Blick auf den Gletscher erhaschen, die Türme waren verdeckt. Im Vergleich zum Perito Moreno ist die Ausdehnung des Gletschers leider seit Jahren stark zurückgegangen. Über einen eher inoffiziellen Weg ging es vorbei am Zeltplatz des Gletschersees zurück zum Mittelweg, der zum Fitz Roy führt. Anfangs noch mit ein wenig Sonnenschein und Nieselregen durchquerten wir den Wald bis zur Lichtung mit den beiden Seen. Es kam ein starker Wind auf und dann brach eine Kältefront über uns ein. Horizontal wehender Schnee deckte vollständig unsere Regenjacken auf der vorderen Seite ein. Wir schafften es ausgehungert und durchgefroren bis zum Zeltplatz; bauten im Wald unser Zelt auf und kochten uns ein Süppchen. Aber Agnes wurde einfach nicht warm. Warmer Tee, warme Suppe, dünner Schlafsack und ein richtiger Schlafsack halfen nicht. Agnes war den Tränen nahe. Zum Schluss half nur uns zu zweit in meinen dickeren Winterschlafsack zu quetschen. Wärme breitete sich aus. Wir schliefen eine Stunde. Geweckt wurden wir durch Lichtstrahlen auf unserer Zelthülle. Vorsichtig wagten wir uns aus unserem Zelt. Es war unglaublich. Das schlechte Wetter war weg. Sonne und klare Sicht auf den Fitz Roy – Patagonien eben.

Back to us: The weather in the morning was perfect: sun in the heart, sunshine on the mountain peaks and blue sky. We hiked through El Chalten until we came to the first slope. At the top we enjoyed the view over the small village. Immediately afterwards we heard knocking noises. A small, red woodpecker brought a big grin onto our face. From the small stream on the way we could fill our water bottles again – delicious, clean water. At the viewpoint towards los torres we unfortunately only saw fog. The weather got worse and worse. Fog, wind and rain clouded our mood. We made it to the glacier lake anyway. We were lucky enough to catch a glimpse of the glacier in the dry, the towers were hidden. Unfortunately, the glacier has decreased in size during the last years compared to Perito Moreno. A rather unofficial journey took us past the campground on the glacier lake back to the middle path leading to Fitz Roy. At first, with a bit of sunshine and drizzle, we crossed the forest to the clearing with the two lakes. There was a strong wind and then a cold front broke over us. Horizontal blowing snow completely covered our rain jackets on the front side. We made it starved and frozen to the campground. We set up our tent in the woods and cooked some soup for ourselves. But Agnes just did not get warm. Warm tea, hot soup, a thin sleeping bag and a real sleeping bag did not help. Agnes was close to tears. In the end, the only thing that helped was to crawl into my warmer sleeping bag together with me. Heat spread. We slept for an hour. We were awakened by rays of light on our tent cover. Carefully, we ventured out of our tent. It was amazing. The bad weather was gone. Sun and a clear view of the Fitz Roy awaited us – Patagonia.

DSC00034DSC09847DSC09859DSC09861

DSC09888
Der kleine Bruder des Fitz Roy/ The small brother of the Fitz Roy

DSC09901 (2)

DSC09926
Beautiful trees next to the camping site

Am nächsten Morgen wachte ich zeitig auf. Gegen 4 Uhr zogen viele (zu meist israelische) Touristen Richtung Fitz Roy um dort den Sonnenaufgang zu genießen. Ich hatte mit Agnes den Kompromiss geschlossen zum Sonnenaufgang los zu wandern (Sie hatte immer noch „Angst“ vor der Kälte). Im sanften Morgenrot liefen wir los. Und jetzt wurde mir auch klar, dass die hundert Fotos, die ich gestern vom Fitz Roy geschossen hatte, nur sein kleiner Bruder war. Nach einem einstündigen, sehr steilen Anstieg standen wir endlich vor ihm: Berg der Berge Patagoniens – el senoir Fitz Roy. Seine scharfe Westkante ist bei Kletteren gefürchtet und anziehend zugleich. Nur an wettertechnisch sehr guten Tagen kann er über diesen Weg bestiegen werden. Wir genossen das Farbspiel des immer noch stattfindenden Sonnenaufgangs bevor wir uns zurück nach El Chalten begaben.

DSC09938

The next morning, I woke up early. Around 4 o’clock, many (mostly Israeli) tourists went to Fitz Roy to enjoy the sunrise. I had made a compromise with Agnes to go during the sunrise (she was still “afraid” of the cold). In the gentle dawn we started walking. And now I realized that the hundred photos I shot of Fitz Roy yesterday were just his little brother. After a one-hour, very steep climb we were finally in front of him: Mountain of the mountains of Patagonia – el senoir Fitz Roy. Its sharp western edge is feared and admired by climbers likewise. Only on very good weather days, he can be climbed on this way. We enjoyed the play of colors of the still taking place sunrise before we went back to El Chalten.

DSC09968

Dort angekommen waren unsere reservierten Betten schon frecherweise vergeben wurden, sodass wir in einem anderen Hostel in 2 verschiedenen Zimmern jeweils ein Bett bekamen. Zum Glück! El Chalten ist verdammt gefragt im Zeitraum Dezember bis Februar und die Betten schnell belegt. Das liegt wahrscheinlich auch an israelischen „Reisegruppen“. Nach dem Militärdienst beschließen viele junge Israelis zu reisen und sie alle machen die gleichen Routen. Daher tauchen sie meist als Gruppe auf und benehmen sich leider (deswegen?) teilweise wie die Axt im Walde, z.B. Drängeln beim Busticketverkauf, sind laut und schreien herum. Wie dem auch sei…

Once there, our reserved beds had been taken by other travellers by mistake, so we got a bed in another hostel in 2 different rooms. Luckily! El Chalten is damned in demand from December to February and the beds are quickly occupied. This is probably also due to Israeli “travel groups”. After military service many young Israelis decide to travel and they all make the same routes. Therefore, they usually appear as a group and unfortunately behave (therefore?) partly like the ax in the woods, e.g. Jostling at the bus ticket sale, being loud and screaming around. Anyway …

DSC00005

Unseren letzten Tag im National Park los glaciares verbrachten wir mit zwei kleineren Wanderungen zum Mirador de los condores (und tatsächlich haben wir 3 Kondore gesehen) und noch einmal zum Aussichtspunkt de los Torres und dieses Mal sahen wir die 3 Türme! Am Abend setzten wir uns in den Bus des Todes. Aber davon wird Agnes Euch im nächsten Post mehr erzählen.

DSC00106

Our last day in the National Park los glaciares we spent with two smaller hikes to the Mirador de los condores (and in fact we saw 3 condors) and again to the viewpoint de los Torres and this time we saw the 3 towers! In the evening we took the bus of death to Bariloche. But Agnes will tell you more about that in the next post.

 

Information für Reisende/Information for travelers:

Transport:

El Calafate – El Chalten: 480 Arg. Pesos per Person

Aktivitäten:

Wandern im Nationalpark/hiking in the national park – gratis/for free

Advertisements

3 Comments Add yours

  1. Hi das hört sich mal echt spannend an ! Hast du ein paar Tipps zum Wandern in Patagonien wegen Equipment ?

    Like

    1. mutzurmuecke says:

      Hallo, ja klar. Das Equipment ist stark davon abhängig zu welcher Jahreszeit du unterwegs bist und wie lange. Bei unserer längsten Tour war die Packliste ziemlich lang, die Must haves waren aber gute Bergschuhe, Wanderhose, Zwiebelprinzip für oben (Unterhemd, dünnes langärmiges Funktionsshirt, warmer Fleecepullover, und wind- und regendichte Jacke), Mütze und Schal. Dann ein Zelt, Isomatte, Schlafsack, Stirnlampe, Kochgeschirr, Gasbrenner, Feuerzeug. Elektronik hatten wir nur ein Handy mit zur Orientierung. Ich glaube das wars. Ich hoffe, ich hab nichts wichtiges vergessen. Liebe Grüße Agnes

      Liked by 1 person

      1. Danke für deine Hilfe ! Das bringt mich echt weiter. Jetzt geht’s ans shoppen 😉

        Like

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s